Sentiero Segantini

 

Der Sentiero Segantini ist ein einzigartiger Spaziergang auf den Spuren des großen Künstlers. Die Idee und Realisation des Sentiero verdankt Maloja den Fotografen Labahrd und Galli aus Basel. Sie suchten Orte auf, an denen Segantini gemalt hat, wo er lebte, den Friedhof mit dem Familiengrab, die Chiesa Bianca und dokumentierten dies fotografisch. Der Sentiero Segantini ist 1994 (100 Jahre Segantini in Maloja) entstanden.

casa_malojaDer Sentiero beginnt bei der Casa Segantini mit Atelier. Die Familie Segantini bezog im August 1894 das damalige Chalet Kuoni. Gottardo kaufte das Haus aber erst nach dem Tod von Giovanni und seitdem ist das Haus in Familienbesitz. Gottardo war der älteste Sohn von Giovanni Segantini, auch er war Kunstmaler und lebte und arbeitete hier bis zu seinem Tod. Im Vergleich zu seinem Vater, malte er im sogenannten Atelier welches ursprünglich als maßstabsgetreues Modell des Panorama für die Weltausstellung in Paris 1900 errichtet worden war. Giovanni Segantini hat hier nicht gemalt, sondern der Raum diente ihm als Bibliothek.

Von der ersten Station aus erreicht man ganz bequem den „Turm Belvedere“. Früher stand hier das Schloss, das der Graf de Renesse hatte erbauen lassen. Segantini plante es umzubauen und mit der Familie zu bewohnen. Der Blick vom Schloss aus ins Bergell ist großartig.

la_vanitaDie nächste Station ist eine Gletschermühle, die Segantini für das Bild „La vanitá“ gewählt hat. Eine weitere Station liegt am Beginn des Malojasees. Auf einem Stein findet man zwei Tafeln. Auf der einen sieht man das Bild „Frühlingsweide“ auf der Anderen ein Bild von Giovanni Giacometti, dem Freund von Segantini. Es zeigt das Palacehotel und ist auf dem Weg nach Baunca gemalt worden. Man wandert dann zurück durch das Dorf und in der Dorfmitte findet man eine Tafel, die mehr als Zeitzeugnis zu verstehen ist. Hier befand sich die sogenannte „Taverna americana“, eine bescheidene Steinhütte, die Segantini in sein Bild „Vergehen“ integriert hat. Auf dem Weg zum Salecina erreicht man erst den Ort, an dem Segantini das Bild „Rückkehr in die Heimat“ malte. Dem kleinen Weg weiter folgend, erreicht man die Stelle, an der das „Vergehen“ aus dem Trptychon entstand.

Auf dem Rückweg, Richtung Friedhof erreicht man einen winzigen Pfad der auf die „Äla“ führt. Nach etwa 5 Minuten steht man mehreren Tafeln gegenüber. „Mein Atelier“. Hier empfing Segantini Kunstinteressierte, Journalisten und Gäste. An dieser Stelle sieht man auch, wie sehr die Vegetation sich in der Zeit von damals bis heute verändert hat. Nächste Station auf dem Sentiero ist der Friedhof von Maloja. Im Friedhof ist das Segantini Grab. Mit Blick auf die bergeller Berge malte Segantini das Bild „Glaubenstrost. Gerade an dieser Station sieht man, wie sehr sich die Vegetation und Dorfarchitektur von damals bis heute verändert haben. Folgt man dem Weg schliesslich Richtung See, sieht man sehr bald die Chiesa Bianca mit der roten Turmspitze. In diesem Kirchlein wurde Segantini aufgebahrt und Giovanni Giacometti malte das letzte Bild des toten Freundes. Hier endet der Sentiero. Mit Blick auf den Pitz Duan und den Gletscherhörnchen versteht man Segantinis letzte Worte…

„Ich will meine Berge sehen”

cimitero

 
 

Den Sentiero und diesen Blick wird man sicher so schnell nicht vergessen.