Giovanni Segantini

Segantini ist 1858 in Arco, als Österreicher geboren. Mit 8 Jahren war er Vollweise und lebte bei der Stiefschwester Irene in Mailand. Diese gab seine österreichischen Papiere zurück, ohne die italienische Staatsbürgerschaft zu beantragen sodass Segantini bis zu seinem Tod staatenlos war. Von 1865 bis 1880 lebte er in Mailand, besuchte die Kunstakademie Brera. Mit seinem Bild „Il coro di Sant’Antonio“ wird die Kunstwelt auf ihn aufmerksam. Die Kunsthändler Vittore und Alberto Grubicy werden seine Kunsthändler. 1879 lernt er Bice Bugatti kennen und zieht 1880 mit ihr nach Pusiano. Das Städtchen liegt in der Brianza, einer hügeligen Landschaft zwischen Como und Lecco. 1886 übersiedelt die ganze Familie nach Savognin. Hier beginnt Segantini in seiner ganz persönlichen divisionistischen Malweise zu arbeiten. In die Landschaft bettet Segantini Mensch und Tier und bildet eine Einheit im Kommen und Gehen der Jahreszeiten und dem Kreislauf von Tag und Nacht. Als Beispiel dafür stehen Bilder wie: Das Pflügen, das strickende Mädchen, windiger Tag, die Heuernte oder Rückkehr vom Wald.
Aus Segantinis Kunst spricht die Suche nach dem Licht und die Möglichkeit es darzustellen. Der Künstler und seine Familie ziehen 1894 nach Maloja.

 

„…also, sie wollen etwas über mich, meine Familie und meine Berge wissen?
Hier lebe ich, 1817 Meter über dem Meeresspiegel, bei 15 bis 30 Grad Kälte, in einem ganz aus Holz gefügten, bequemen, gut geheizten Häuschen, mit meiner Frau und drei Söhnen. Ich habe auch eine Tochter, die sich jetzt im Institut befindet. Der Ort, den ich bewohne, ist kein richtiges Dorf, da er in seiner ganzen, nicht geringen Ausdehnung bloß vier Familien beherbergt, die meinige mit inbegriffen…

 

Videomitschnitt „Ich trage einen goßen Namen“
ausgestrahlt im SWR am 27.06.2009